Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft Aachens

Eine Bestandsaufnahme von Michael Klarmann

Unser Autor hat in den letzten Jahren immer auch zum Thema Nationalismus in der Einwanderungsgesellschaft recherchiert, Demonstrationen beobachtet, Veranstaltungen besucht, Dossiers erstellt, Material ausgewertet und zahlreiche Gespräche geführt, die sich den Konflikten in den lokalen Communities widmeten. Wir veröffentlichen seine journalistische Bestandsaufnahme als Stimmungsbild und Diskussionsbeitrag.

Die Auseinandersetzung mit Extremismus in Deutschland konzentriert sich in erster Linie auf die klassischen Formen. Der deutschnationale Rechtsextremismus bildet dabei nach wie vor die stärkste Form des Extremismus im deutschsprachigen Raum. Die Bedeutung demokratiefeindlicher Einstellungen unter Menschen mit Migrationshintergrund nimmt jedoch zu. Seit geraumer Zeit schon weisen Schulen, Dienststellen oder Einrichtungen, die mit Migranten aus den verschiedenen Communities arbeiten darauf hin, dass Feindbilder oder Stereotype aus anderen Ländern, Ethnien, Glaubensgruppen (Religionen) in die gesellschaftlichen Prozesse in Deutschland einwirken (können). Bürgerkriege, bewaffnete Konflikte oder Kriege zwischen Staaten wirken sich auch auf die Communities vor Ort aus. Angesichts der Veränderungen in der Welt können selbst in zuvor homogen wirkenden Staaten plötzlich Menschen (wieder) zu Feinden werden. In den 1980er Jahren feierten Migranten aus Jugoslawien gemeinsam – Bosnier, Slowenen, Kroaten und Serben. Nach dem Bürgerkrieg war dies oftmals undenkbar, der Nationalismus und Hass auf die Muslime aus Bosnien waren zu stark geworden.

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Drogenhandel im Darknet: Drei Rechtsextremisten verurteilt

Aachen. Nach 13 Monaten Laufzeit hat das Landgericht Aachen vergangenen Freitag (8.3.) drei Rechtsextremisten wegen Drogenhandels in nicht unerheblicher Menge beziehungsweise wegen Beihilfe zu Haftstrafen verurteilt. Den Urteilsspruch am 40. Prozesstag nutzte die 9. große Strafkammer auch dazu, die Ermittlungsarbeit der Polizei ungewohnt deutlich zu kritisieren. Das Urteil aus erster Instanz ist noch nicht rechtskräftig, Verteidiger kündigten an, dagegen Revision einlegen zu wollen.

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Rechte „Gelbwesten“ bleiben in Aachen eine marginalisierte Gruppierung

Aachen. Als Reinfall endete an Karnevalssamstag eine rechte „Gelbwesten“-Demonstration in Aachen unter dem Label „Europa steht auf!!!“ Exemplarisch stand die Aktion allerdings dafür, wie heterogen und unterdessen zerstritten die „Gelbwesten“ in der Region respektive dem übrigen Rheinland sind, die sich aus den unterschiedlichen rechten politischen bis verschwörungsgläubigen Spektren zusammengeschlossen beziehungsweise schon wieder zerstritten haben.

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„Gelbwesten“ in Aachen: Heterogenes und bisweilen rechtsextremes Meinungs-Crossover

Aachen. Große Teile der „Gelbwesten“-Proteste gegen die Unterzeichnung des „Vertrags von Aachen“ am 22. Januar waren auf dem Markt durch Vertreter aus dem rechten politischen Spektrum geprägt. Diese Kundgebung gegen Merkel und Macron war im Vorfeld von verschiedenen Aktivisten aus dem rechten und fremdenfeindlichen Spektrum sowie Verschwörungsideologen aus ganz Deutschland mit geplant und mit organisiert worden. Am Sonntag lief dann eine kleine Gruppe von „Gelbwesten“ gut sichtbar durch die Innenstadt und verteilte Flyer.

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