Termine

Keine aktuellen Veranstaltungen.

Jiddische Lieder treffen auf Kölner Hiphop

Eines der wohl außergewöhnlichsten Musikprojekte der vergangenen Jahre kommt nach Aachen. Mit ihrem ersten Album „Per la Vita“ sorgten sie für Schlagzeilen. Am 4. November 2011 werden die Bejaranos & Microphone Mafia dem Publikum ab 20 Uhr im Musikbunker Aachen (Goffartstraße 26, 52066 Aachen) Stücke ihrer in Kürze erscheinenden neuen CD exklusiv vorab präsentieren. Musikalisch eröffnet wird der Abend durch das Aachener Hiphop-Duo Nic Knatterton & Johanna. Der Eintritt ist frei.

Orient trifft Okzident, die Jüdin den Moslem, die Atheistin den Christen, Süd trifft Nord, alt trifft jung, Frau trifft Mann, Tradition trifft Moderne, Folklore trifft Rap, Hamburg trifft Köln - die Familie Bejarano trifft Microphone Mafia - und alle arbeiten gleichberechtigt nebeneinander. Esther Bejarano ging durch die Hölle der Konzentrationslager, die Mitgliedschaft im Mädchenorchester von Auschwitz rettete ihr Leben. Mit anderen weiblichen Häftlingen wurde sie von der SS zum musizieren gezwungen. Ihre Kinder Edna und Joram konnten und können den ungebrochenen Antisemitismus in der bundesdeutschen Mehrheitsgesellschaft am eigenen Leibe spüren. Rosario Pennino, Kutlu Yurtseven und Önder Bardakci - Microphone Mafia - sind typische „Jugendliche mit Migrationshintergrund“: Aufgewachsen in einem Kölner Arbeiterviertel wurden und werden sie zeitlebens mit Rassismus konfrontiert. Ihre Erfahrungen verarbeiten sie in ihren Musikstücken.

Das Konzert ist Auftakt zur Veranstaltungsreihe „Was tun gegen Antisemitismus?!“, die von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) organisiert wird. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“. Bis Mitte Dezember finden in Aachen Vorträge sowie ein Workshop für Schülerinnen und Schüler statt, die Judenfeindlichkeit in Geschichte und Gegenwart thematisieren. „Antisemitismus ist ein Problem, dass in die Mitte der Gesellschaft reicht. Selbst in Teilen der Friedensbewegung und der Linken wird die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus in den eigenen Reihen geführt. Der Streit im Aachener Friedenspreis ist dafür nur ein Beispiel“, sagt Kurt Heiler von der Aachener VVN-BdA. In Kooperation mit dem Vorbereitungskreis „Gedenken am 9. November“ wolle man daher rund um die Erinnerung an die Pogrome von 1938 Angebote zur kritischen Auseinandersetzung mit der Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart schaffen.

„Es ist toll, dass Esther Bejarano nach Aachen kommt. Von den NS-Verfolgten können wir viel lernen, auch für die Auseinandersetzung mit dem Neonazismus“, freut sich Dominik Clemens. Der 32jährige Politikwissenschaftler ist bei Arbeit und Leben NRW verantwortlich für die externe Koordinierung des Bundesprogramms in Aachen. Die Entwicklung und Umsetzung des Lokalen Aktionsplans gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Verantwortung der Stadt Aachen wird durch die Bundesregierung finanziert. Voraussichtlich bis Ende 2013 werden in der Kaiserstadt zivilgesellschaftliche Akteure bei der Umsetzung von Projektideen gefördert. Je Einzelprojekt können bis zu 20.000 Euro beantragt werden. „Auch für dieses Jahr ist noch Geld im Topf. Wir freuen uns über Projektideen und Anträge“, sagt Clemens. Die Aachener Koordinierungsstelle des Bundesprogramms ist per E-Mail unter This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. erreichbar.