Aachen: Gleich zwei Aufmärsche extrem rechter Gruppen geplant

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Aachen. Gegen die für den kommenden Samstag im Stadtteil Eilendorf angekündigte Kundgebung der extrem rechten „Bürgerbewegung ‚pro NRW’“ werden mehrere Protestaktionen stattfinden. Außerdem planen Neonazis der Partei „Die Rechte“ eine Kundgebung in Aachen.

Der Polizei zufolge erwartet „pro NRW“  zwischen 20 und 30 Teilnehmer/innen, die von 14 bis 17 Uhr im Bereich der Hansmannstraße eine Kundgebung abhalten wollen. Die Aktion der rassistischen Partei ist Bestandteil einer „Volksinitiative gegen Asylmissbrauch“, in deren Rahmen Kundgebungen in rund 20 nordrhein-westfälischen Städten geplant sind. In Eilendorf richten sich die rechten Demagogen gegen die Einrichtung eines Übergangwohnheims für Flüchtlinge.

Vielfältige Proteste geplant

Gegen den Auftritt von „pro NRW“ sind mehrere Protestaktionen geplant. „In Hör- und Sichtweite“ wird das Bündnis „Stolberg nazifrei“, dem auch verschiedene Aachener Initiativen angehören, demonstrieren. Das Bündnis will „aktiv eingreifen und deutlich zeigen, dass Rassismus keinen Platz hat in unserer Gesellschaft“. Die Kundgebung des Bündnisses findet ab 13.30 Uhr an der Hansmannstraße statt. „Farbe zeigen“ will auch die Grüne Jugend in der Städteregion Aachen, die via Facebook nach Eilendorf mobilisiert.

Das neu gegründete „Eilendorfer Bündnis für Integration“ will ausdrücklich keine „Gegendemo veranstalten“ und ruft unter dem Motto „Eilendorf soll bunter werden“ für Freitag zu einem „Hausputz“ auf, bei dem die künftige Flüchtlingsunterkunft verschönert werden soll. Zeitgleich zur „pro NRW“-Kundgebung soll am Samstag ab 14 Uhr ein Picknick auf dem Spielplatz Ecke Severinstraße/Hansmannstraße als Zeichen für Toleranz und Gastfreundschaft stattfinden.

Auch Neonazis planen Aktion in Aachen

Die Polizei bestätigt, dass auch die Partei „Die Rechte“ eine Kundgebung am 16. März plant. Nähere Angaben machte Polizeisprecher Paul Kemen nicht. Es herrschten noch Unklarheiten, hieß es. „Die Rechte“ wurde in der Region Anfang Februar gegründet. In der Partei fanden auch Neonazis aus den drei im August 2012 durch das nordrhein-westfälische Innenministerium verbotenen „Kameradschaften“ Unterschlupf. Der ehemalige Aktivist der „Kameradschaft Aachener Land“ André Plum wurde zum Spitzenkandidat auf der NRW-Landesliste von „Die Rechte“ für die Bundestagswahl im September nominiert. (dc)