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„Geschichte erfahren“: Stavelot, Malmedy, St. Vith

Auf Einladung der VVN-Bund der AntifaschistInnen Kreisverband Aachen fand am 7. Oktober eine Fahrt unter dem Motto „Geschichte erfahren“ nach Ostbelgien statt. Die Exkursion wurde aus dem „Aktionsfonds“ des Lokalen Aktionsplan Aachen unterstützt.

Die Fahrt hatte zum Ziel, unbekannte Kapitel in der Geschichte unseres direkten Nachbarn Belgien erfahrbar zu machen. Belgien wurde zweimal völkerrechtswidrig von Deutschland überfallen. Besonders im ersten Weltkrieg verübten die deutschen Truppen zahlreiche Kriegsverbrechen, die beim zweiten Überfall zu vermehrten Widerstandshandlungen führten. Die Route berührte von daher Punkte, die über Krieg, Verbrechen im Krieg, Flucht und Widerstand informierten.

Erster Haltepunkt war die ostbelgische Stadt Stavelot und der Besuch einer Gedenktafel für die meist zivilen Opfer der deutschen Okkupation. Der Referent Bruno Kartheuser ist Autor des Buches „Verbrechen von Stavelot“, in dem sowohl die zivilen belgischen Opfer zu Wort kommen, als auch auf das Kriegsverbrechen der Wehrmacht gegenüber US-Soldaten in einem Ort nahe Malmedy (Baugnez) eingegangen wird. Auch in Malmedy besuchten wir die Gedenktafel für die zahlreichen zivilen Opfer des deutschen Überfalls.

Letzte Station war St. Vith. Die Stadt wurde bei der Zurückdrängung der Wehrmacht von der US-Luftwaffe stark zerstört. In St. Vith legte die Gruppe am Denkmal für den lokalen Widerstand gegen die Nazis Blumen nieder. Dieser Widerstand hatte viel Facetten. In der Zusammenfassung kann man sagen, dass wir sehr kenntnisreich geführt wurden. Vielen wurde klar, dass wir noch sehr wenig wissen über das, was unsere nächsten Nachbarn als kollektives Gedächtnis bewahren. Bei der Niederlegung von Blumen für zivile Opfer der Nazibarbarei in der Nähe von Stavelot wurde die Gruppe von Bewohnern des Ortes über ihre Absichten befragt. Das Misstrauen der Belgier legte sich und wurde zu Herzlichkeit als klar wurde, dass wir nicht als Nachkommen der Mörder erschienen waren, sondern dass unsere Solidarität den Opfern der faschistischen Aggression galt.

Die Fahrt hat noch viele Diskussionen ausgelöst und einige Mitreisende ermutigt, für eine Wiederholung der Fahrt einzutreten.

Kurt Heiler, VVN-Bund der Antifaschist/innen Kreisverband Aachen