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Polizei fasst braune Graffiti-Sprüher

Aachen/Stolberg. Nach umfangreichen Lackanalysen ist es der Polizei gelungen, drei Mitglieder der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) wegen illegaler Sprühaktionen zu ermitteln. Neben den strafrechtlichen Konsequenzen kommen auf das Trio laut Polizeisprecher Paul Kemen auch „hohe Schadenersatzforderungen im Zuge eines zivilrechtlichen Verfahrens zu.“ Kemen sprach im Zuge der insgesamt drei großen Sprühaktionen, die man den mutmaßlichen Tätern vorwirft, von einem „großen Sachschaden“.

Das Trio soll im August 2011 im Zuge von großflächigen Sprühaktionen rund um den Todestag des ehemaligen Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß in mehreren Aachener Außenbezirken auch ein Polizeiauto und eine Polizeiwache besprüht haben. Der auf dem Gelände eines Bauhofs in Aachen-Brand abgestellte Streifenwagen war mit Hakenkreuzen und dem Schriftzug der KAL besprüht worden. Im Nachbarstadtteil Kornelimünster waren die Außenwände eines städtischen Verwaltungsgebäudes besprüht worden, angesichts der darin angesiedelten Polizeiwache mit einer Parole gegen den „Bullenstaat“.

Zudem waren in den Außenbezirken im Aachener Süden Stromverteilerkästen beschmiert sowie in Aachen-Brand eine Gedenktafel für die im Nationalsozialismus ermordeten Juden mit einem Hakenkreuz und einer rechten Parole geschändet worden. Mutmaßlich dieselben Täter sollen ferner im August und im Oktober in Stolberg ein Parkhaus in der Kupfermeisterstraße, einen Kulturtreff, zahlreiche Strom- und Postverteilerkästen in der Talstraße mit rechten Parolen und dem Kürzel KAL besprüht haben.

Bei einer der Sprühaktionen hatten Streifenbeamte die drei Tatverdächtigen gestellt und bei diesen aufgefundene Sprühdosen beschlagnahmt. Nach umfangeichen Analysen des Materials und der gesicherten Lackspuren von den Schriftzügen, so teilt die Polizei Aachen nun mit, habe das Landeskriminalamt festgestellt, dass die drei Neonazis aus Stolberg im Alter von 20 und 21 Jahren für diese Taten mutmaßlich verantwortlich seien. (mik)