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Rechte Hooligan-Band trat erneut in der Region auf

Heinsberg. Eine „Record Release Party“ der rechten Hooligan-Band „Kategorie C“ (KC) aus Bremen hat am gestrigen Samstag in Heinsberg stattgefunden. Das zuerst für den 28. Mai im „Ruhrpott“ angekündigte, dann aber verschobene Konzert wurde später für den 4. Juni vage für den „Raum Gladbach“ beziehungsweise „Raum ‎M’Gladbach‬“ beworben. Aus Angst davor, dass die Polizei solche Konzerte verbietet und auflöst, werden diese in Teilen konspirativ vorbereitet und Besucher erhalten kurz vor Beginn erst die genau Adresse.

Mehrfach hatten KC, die auch als „Hungrige Wölfe“ firmieren, seit dem Jahr 2007 Konzerte für den „Raum Aachen“ beworben. Immer fanden diese grenznah in Belgien oder den Niederlanden statt. Grund dafür waren polizeiliche Ankündigungen wie im Jahre 2012, KC-Konzerte in Deutschland verbieten zu wollen. Wegen der gewaltverherrlichenden Lieder und gemeinsamer Konzerte mit rechtsextremistischen Bands in der Neonazi- und Hooliganszene hatte die Polizei etwa im Schulterschluss mit allen Kommunen der Städteregion Aachen sowie der benachbarten Städte Heinsberg, Düren und Euskirchen schon 2012 angekündigt, ein solches Konzert zu verbieten. Damals wich die Band ins niederländische Kerkrade aus.

Dass der gestrige Auftritt erstmals im Grenzland tatsächlich auch in Deutschland stattfand, kann man durchaus als Machtprobe der Band und deren Umfeld werten. Ein Mitarbeiter von KC stammt dabei aus der Region. Der junge Mann, Spitzname „Ricky“, „Keule“ beziehungsweise „Ricky Keule“ gehört auch dem Organisationsteam der teils neonazistischen Initiative „Bürger stehen auf“ aus ‪Linnich an und hat gute Kontakte in den Heinsberger Raum‬. In der Vergangenheit waren jedoch auch Neonazis aus dem Großraum Aachen in die Vorbereitungen von KC-Konzerten involviert, etwa im Februar 2016. Dieses Konzert fand seinerzeit nahe dem belgischen Malmedy statt.

Auch bei der „Record Release Party“ am Samstag gab es einen vagen Zusammenhang zur örtlichen Neonazi-Szene. So fand eine konspirativ organisierte Neonazi-Party mit Live-Musik schon einmal am 5. September 2015 in Heinsberg statt. Seinerzeit konnten die Neonazis eine ehemalige Gaststätte an der Waldfeuchter Straße in Heinsberg-Lieck beziehungsweise -Kirchhoven nutzen. Das Gebäude verfügt über einen kleinen Saal nebst kleiner Bühne und wird heute offenbar als Partyraum vermarktet.

Genau in diesem Lokal registrierte die Polizei gestern das von den Organisatoren als geschlossene Gesellschaft und nicht öffentliche Veranstaltung deklarierte KC-Konzert. Offenbar wegen des ganztägigen Großeinsatzes der nordrhein-westfälischen Polizeihundertschaften bei einem Neonazi-Aufmarsch in Dortmund war es den Behörden diesmal indes wohl nicht möglich, Kräfte hinzu zu ziehen und die „Record Release Party“ aufzulösen. (mik)