Party endet für Neonazi in Polizeigewahrsam

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Vettweiß (Kreis Düren). „Partymusik zu laut: Gastgeber landet in Polizeizelle“ titelt die Online-Ausgabe der örtlichen Tageszeitungen und stellt dazu ebenso fest, dass besagtem Mann „jetzt ausgewachsener juristischer Ärger“ droht. Das ist jedoch noch sehr charmant formuliert – handelt es sich doch bei dem Betroffenen um einen der führenden Neonazis in der Region, der schon auf allerlei Erfahrungen mit der Justiz und mancherlei Verurteilung zurückblicken kann.

Doch der Reihe nach: Ein Polizeieinsatz wegen Ruhestörung stoppte am vergangenen Samstag die Feierlaune des ehemaligen Kopfes der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL), René Laube. Der Neonazi selbst landete am Ende seiner eigenen Geburtstagsparty deswegen auch in einer Zelle. Gegen den früheren „Kameradschaftsführer“ der 2012 verbotenen KAL läuft daher nun eine Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen der Ruhestörung und ein Strafverfahren wegen des Widerstandes gegen Polizeibeamte.

Auslöser für beides war die Geburtstagsfeier des nunmehr 35-jährigen Neonazis, der immer noch führend in der rheinischen Szene aktiv ist und als Redner bei Aufmärschen oder konspirativ organisierten „Heldengedenken“ fungiert. Laube war unter anderem einer der Redner eines „Heldengedenkens“ des Kreisverbandes Aachen-Heinsberg der Miniaturpartei „Die Rechte“ (DR) am 22. Februar. Die Versammlung fand in der Tradition der verbotenen KAL auf dem Soldatenfriedhof „Marienbildchen“ in Langerwehe-Merode (Kreis Düren) statt.

Laube hatte am vergangenen Freitag Geburtstag, gefeiert wurde dieser dann mit Neonazis bei einer Party in Laubes Haus in Vettweiß-Kelz (Kreis Düren), offenbar recht zünftig. Dort war es am vergangenen Samstag nämlich kurz vor Mitternacht nach Beschwerden von Anwohnern zu jenem Polizeieinsatz wegen Ruhestörung gekommen. Der alkoholisierte Gastgeber soll dabei den Beamten erklärt haben, dass es ihm egal wäre, ob sich jemand über die sehr laute Musik beschweren würde.

Weder er noch die Gäste hätten laut Polizei Einsicht gezeigt, manche der Neonazis sollen sogar die Beamten bedroht haben, sodass zur Beruhigung der Lage weitere Streifenwagen zu der Neonazi-Party beordert werden mussten. Jedoch soll sich Laube weiter uneinsichtig gezeigt haben. Daraufhin wollten die Beamten den bulligen Neonazi bis Sonntagmorgen in Gewahrsam nehmen. Bevor der 35-Jährige dann jedoch die weitere Nacht in einer Zelle verbringen konnte, soll er noch Widerstand geleistet haben. (mik)