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Maskulinisten contra „Trümmerfrauen“

Aachen. Mindestens zwei Mal wurde seit Mitte 2014 in Aachen eine an die „Trümmerfrauen“ erinnernde Gedenktafel am Katschof beschmiert, der die Arbeit jener Frauen würdigende Text wurde so als „Lüge“ diffamiert und es an George Orwells Roman „1984“ erinnert („Neusprech“). Unterdessen hat parallel zu diesen Aktionen ein Unbekannter Aachener Ratsfraktionen und Politiker angeschrieben, möglicherweise unter falschen Namens- und Adressangaben. Die Anschrift aus Wien gehört zu einem Bordell – und soll offenbar provokant wirken.

Der Autor entpuppt sich als Vertreter der Männerrechtsbewegung, Maskulinisten respektive der Männerbewegung und vertritt teils abenteuerliche Ansichten und behauptet, der Kult um die „Trümmerfrauen“ sei eine „Geschichtsfälschung“ im Sinne des „totalitären Geist[es] des herrschenden Genderwahns“. Die „Trümmerfrauen“ seien ein „feministisch umgedeutete[r] Propagandamythos der bundesdeutschen Gründerzeit“, in Wahrheit hätten aber ausschließlich Männer Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkrieges aufgebaut.

Die üblicherweise rechtskonservativ, verschwörungsideologisch und klar frauenfeindlich geprägte Männerbewegung will dagegen kämpfen, dass Männer ihrer Ansicht nach heute durch Frauen unterdrückt werden. Im September 2014 waren das Theater 99 und die Aachener Kultur- und Theaterinitiative Akut schon Ziel von Schmähungen, Drohungen und Schmierereien geworden, weil sie ein den Maskulinisten offenbar zu männerkritisches Stück aufführten.  (mik)