„Westfront Aachen“ angeblich aufgelöst

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Aachen/Eupen. Offenbar unter dem Eindruck eines neuen Gerichtsurteils in Deutschland, wonach Hooligan-Gruppen kriminelle Vereinigungen darstellen können, will sich die „Westfront Deutschland“ beziehungsweise „Westfront Aachen“ aufgelöst haben. Die „Westfront“ hatte ihren Ursprung in Aachen, ihr gehörten Hooligans und Kampfsportler an, die unter anderem im Türsteher-Milieu arbeiten und Kontakte in die Rocker-Szene unterhalten (LAP berichtete).

Vor einigen Tagen hatte der Bundesgerichtshofs ein Urteil gegen die „Hooligans Elbflorenz“ des Fußballclubs Dynamo Dresden bestätigt. Demnach können Hooligan-Gruppen in Deutschland als kriminelle Vereinigung eingestuft werden. Die Mitgliedschaft in einer solchen Gruppe wäre dann generell eine Straftat. Mitgliedern oder Unterstützern droht eine Freiheits- oder Geldstrafe. Der Aachener Polizeisprecher Werner Schneider umschrieb die „Westfront“ Ende 2014 als eine „Hooligan-Gruppierung“.  

Ihre  am vergangenen Wochenende bekannt gemachte Veröffentlichung über die Auflösung hat die „Westfront“ jedoch zurückdatiert auf Mitte Januar, also vor dem Tag der Urteilsverkündung. Auf ihrer Homepage und auf Facebook-Profilen teilt die Gruppierung nun mit, dass alle deutschen Gliederungen, Untergliederungen und „Supporter“-Vereinigungen aufgelöst seien.  

Explizit nicht als aufgelöst wird die „Westfront Eupen“ genannt, die von dem Urteil in Deutschland nicht betroffen wäre. Diese Untergruppierung soll aus fünfzehn bis zwanzig Personen aus Ostbelgien – darunter Neonazis und Hooligans – bestehen. Andrea Tilgenkamp, die Leiterin der Eupener Staatsanwaltschaft, sagte Ende 2014, dieser „Westfront“-Ableger verbreite „ein gemeinsames rechtsgerichtetes Gedankengut“. (mik)