Suspendierung gegen weiteren Aachener Polizeianwärter

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Aachen. Wegen rassistischer und rechtsextremer Postings hat die Polizei in Aachen einen weiteren Polizeianwärter aus einer Ausbildungsgruppe suspendiert. Gegen andere Teilnehmer des Kurses laufen disziplinarrechtliche Maßnahmen. Um solchen Vorfällen vorzubeugen, sollen Bewerber und Anwärter künftig besonders sensibilisiert werden.

Vergangene Woche hatte Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach mitgeteilt, dass er einen 19-jährigen Polizeianwärter und Hauptverdächtigen aus dem Raum Aachen suspendiert hat. Der Heranwachsende soll eine 23 Jahre alte Polizeianwärterin über Monate verbal und virtuell rassistisch gemobbt sowie rechtsextreme Inhalte in sozialen Medien und einer Whatsapp-Gruppe des Studienganges verbreitet haben.

Nach umfangreichen Ermittlungen teilte die Polizei nun mit, dass ein weiterer 22-jähriger Polizeianwärter aus der Städteregion Aachen fremdenfeindliche und rassistische Bilder gepostet habe. Dieser sei am heutigen Dienstag ebenfalls suspendiert worden. Gegen beide Beschuldigten laufe ein Entlassungsverfahren, teilte Polizeisprecher Werner Schneider mit. Beide Personen seien bisher weder in organisierten Strukturen der rechten Szene aufgefallen, noch hätten sie nach Polizeierkenntnissen einschlägige Veranstaltungen besucht, sagte Schneider.

Das Mobbing und die Postings fanden über Monate in einer Gruppe von 32 Polizeianwärtern aus Aachen, Köln und Bonn an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Köln statt. Der überwiegende Teil jener Studenten hatte das Treiben nicht ihren Ausbildungsbehörden, den Vorgesetzten oder Ausbildern mitgeteilt. Daher müssten, betonte Schneider, „einige der Polizeianwärter mit disziplinarischen Maßnahmen rechnen.“ Gegen die beiden Suspendierten ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Um derlei nicht noch einmal erleben zu müssen, will die Polizei in Aachen die Orientierungswoche zur Einführung neuer Polizeianwärter künftig um einen Themenschwerpunkt zu Rechtsextremismus in der Region ergänzen. Die Dozenten an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Köln haben ein zusätzliches Aufarbeitungsprogramm für die Studiengruppe entworfen. Darin soll die Entstehung von Gruppendynamik und der Umgang mit latent rassistischen Provokationen analysiert und trainiert werden. (mik)