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„Kategorie C“-Konzert für Ende August in der Region angekündigt

Aachen. Die rechtslastige Musikgruppe „Kategorie C“ (KC) aus Bremen kündigt für den 30. August abermals ein Konzert in der Region Aachen an. Die nach der polizeilichen Einstufung für gewaltbereite Fußballfans benannte Band teilt mit, sie werde auf Einladung Aachener Hooligans auftreten. 

Die Polizei wollte ein ähnlich angekündigtes Konzert 2012 verbieten und auflösen, allerdings trat die auch unter den Namen „Hungrige Wölfe“ oder „H.E.R.M.“ firmierende Band seinerzeit in Kerkrade nur wenige Meter hinter der niederländischen Grenze auf. Aktuell teilt die Band auf ihrer Homepage und über soziale Netzwerke mit, Ende August veranstalte „die Aachener Hooliganszene erneut ein musikalisches Fest sondergleichen! Entgegen dem Wunsch und Willen der hiesigen Ordnungsorgane und sonstiger Anhängsel“ werde die Musikgruppe „in der Kaiserstadt“ auftreten. Das Konzert beginne um 20 Uhr, der Eintritt betrage 15 Euro. Ein Ort wird für das – in ähnlichen Fällen oft konspirativ – organisierte KC-Konzert nicht benannt. Informationen sollen Interessierte unter einer Mobilfunkrufnummer, über eine E-Mail-Adresse und einen namentlich genannten, bekannten Hooligan aus Herzogenrath-Kohlscheid erfragen. 

Ein ähnlich angekündigtes Konzert fand 2012 im niederländischen Kerkrade statt. Organisiert hatte das Treffen seinerzeit die Hooligan-Gruppe „Westwall Aachen“, der auch der als Mitveranstalter genannte Hooligan angehört. Jenes Konzert fand seinerzeit im Klub „Black Onyx Saloon“ an der Nieuwstraat und damit unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze statt. Wegen der gewaltverherrlichenden Lieder und früherer gemeinsamer Konzerte mit rechtsextremistischen Bands in der Neonazi- und Hooligan-Szene wollte die Polizei im Schulterschluss mit den Behörden im Großraum Aachen das Konzert 2012 verbieten und auflösen, hätte es denn in Deutschland stattgefunden. Auf die Veranstaltung in den Niederlanden hatte dieses Vorhaben jedoch keinerlei Auswirkungen.   

Während die Band selbst damals mitteilte, dass rund 400 Menschen ihr Konzert besucht hätten, sprach die Polizei in Aachen davon, sie habe rund 200 Besucher gezählt. Polizeisprecher Werner Schneider sagte im November 2012, diese seien „überwiegend dem rechten Spektrum zuzuordnen“ gewesen. Kurze Zeit später organisierte „Westwall Aachen“ ein ähnlich umstrittenes Konzert mit einer Band aus dem Umfeld von KC, allerdings in „Lämmi’s Sportsbar“ in Herzogenrath-Kohlscheid. Benannt ist die Gaststätte nach dem ehemaligen Alemannia Aachen-Spieler Stephan Lämmermann. In jenem Lokal kündigte „Westfront Aachen“ für den 10. August auch eine „Sommerparty“ an. 

In der Hooligan-Gruppe „Westwall Aachen“ und deren Umfeld sind sowohl Menschen mit Migrationshintergrund, aber auch aktive und ehemalige Neonazis organisiert. Teilweise tritt dieselbe Klientel auch als „Westfront Aachen“ in Erscheinung, die Polizei bezeichnet „Westfront“ als rockerähnliche Vereinigung bzw. „Streetgang“. Der Hooligan, der als Ansprechpartner für das kommende KC-Konzert genannt wird, gehört beiden Gruppierungen an. KC selbst betont immer, dass sie keine rechtsextreme Band sei. Allerdings traten in der Vergangenheit wiederholt Rechtsextremisten und Neonazis als Mitveranstalter der Konzerte auf. 

Laut „Blick nach Rechts“ waren KC etwa in diesem Jahr schon für eine Veranstaltung aus dem „Blood & Honour“-Umfeld in Frankreich angekündigt worden; aktuell bewerbe man in diesen Kreisen einen KC-Auftritt in Slowenien. Der deutsche Arm des internationalen Neonazi-Netzwerks „Blood & Honour“ ist seit dem Jahr 2000 verboten. (mik)